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Tipps für Ersthelfer


Diese Tipps sollen und können das Üben nicht ersetzen. Der wichtigste Tipp überhaupt, so oft wie nötig und auch möglich, sollte jeder einen Grund-, Auffrischungs- oder tiefergehenden Kurs  für erste Hilfe machen. Am besten Jährlich einmal. Damit der Helfer im Notfall nicht wie der berühmte Ochs vorm Berg dasteht. Der für den Führerschein erforderliche Kurs über Sofortmaßnahmen am Unfallort ist bei vielen lange her, und nur wer Bescheid weiß und sich unter Streß an die richtigen Handlungsweisen und Handgriffe erinnert, reagiert in kritischen Situationen richtig.
Folgende Hilfsorganisationen führen Schulungen durch: die Johanniter, das Rote Kreuz, der DLRG, der Arbeiter-Samariter-Bund und der Malteser-Hilfsdienst.


Überblick.
Am allerwichtigsten ist es, in der ersten Aufregung nach einem Unfall Ruhe zu bewahren. Anschließend Überblick verschaffen: Was ist passiert, wieviele Personen sind betroffen, besteht Feuergefährdung durch auslaufendes Benzin, kann sich ein Folgeunfall durch den fließenden Verkehr entwickeln?

Sichern.
Unfallstelle gut sichtbar für andere Verkehrsteilnehmer absichern. Sich selbst dabei nicht in Gefahr bringen, notfalls sogar das eigene Motorrad oder Auto als Schutz verwenden. Zum Eigenschutz zählt auch das anziehen von Einweg-Handschuhen, die sich im Verbandskasten befinden (falls einer da ist!) Sie verhindern nicht nur die Übertragung von Krankheiten wie Aids, sondern sie helfen dabei, eventuellen Ekel leichter zu überwinden. Übertriebenes Heldentum ist nicht gefragt.

Retten.
Der Verletzte muß aus dem Gefahrenbereich geborgen werden.

Diagnose.
Erste Untersuchung des Verletzten: Ist er bei Bewußtsein? Atmet er? Ist das Herz-Kreislauf-System in Ordnung?

Helm abnehmen.
Siehe Abbildungen weiter unten. Haben Sie keine Angst, einem besinnungslosen Motorradfahrer durch das falsche Abnehmen des Helmes eine Wirbelsäulenverletzung zuzufügen. Viel größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er am eigenen Erbrochenen erstickt. Also runter damit. Zu zweit gehts am besten.

Sofortmaßnahmen.
Lebensrettende Aktionen. Puls und Atmung kontrollieren. Falls nötig Atemwege frei machen, beatmen, reanimieren durch Herzdruckmassage. Solange bis der Rettungsdienst übernimmt. Exakte Vorgehensweise lehren die Kurse.

Stabile Seitenlage.
Bewusstlose müssen so gelagert werden, dass Erbrochenes abfließen kann und die eigene Zunge nicht den Atemvorgang behindert. Die spezielle Seitenlage berücksichtigt dies. Man muss sie üben.

Notfuf.
Polizei 110, Feuerwehr 112. In jeder Region gibt es eine eigene Rettungsleitstelle, der direkte Draht zum Notarzt. Am besten vor einem Notfall die Nummer heraussuchen. Merkregel für den Anruf - die fünf Ws: wo, was, wieviele, welche Verletzungen und, ganz wichtig, warten auf Rückfragen.

Betreuung.
Erhalten Sie die Eigenwärme des Verletzten durch eine Decke (metalline Folie muß im Pkw-Verbandskasten sein) und trockener Kleidung. Trösten Sie einen Verletzten. Ihre Nähe hilft ungemein, sogar, wenn er bewusstlos ist. Vermitteln Sie dass Sie die Situation im Griff haben. Kontrolieren Sie beim Reden ab und zu Puls und Atmung.

Zum Schluss sind die Profis dran, ab dann liegt die Verantwortung in deren Händen. Natürlich kann sich die Reihenfolge der Vorgehensweise ändern. Je nach Gegebenheit oder Anzahl der anwesenden Personen können die Aufgaben wie der Notruf oder Absicherung der Unfallstelle verteilt und damit gleichzeitig erledigt werden.

Erster Schritt beim Helm abnehmen: Brille entfernen falls vorhanden,
dann Schloss öffnen.

Ein Helfer kniet am Kopfende des Verletzten, um den Helm hochzuhalten.

Der zweite Helfer bringt Zug über Kinn und Nacken auf die Wirbesäule.

Helm sanft runterziehen, dabei immer den Zug beibehalten.

Helm beiseite, jetzt übernimmt der Helfer den Kopf des Verletzten.

In die stabile Seitenlage drehen, immer noch Zug beibehalten. Kopf nicht ablegen.

Kopf gemeinsam in die stabile Seitenlage drehen.

Kopf überstrecken, auf die Hand abstützen. Der Mund bildet die tiefste Stelle.

Liegt der Verletzte stabil, Puls überwachen, denn der Zustand kann sich rapide ändern.